Verrottende Pflanzen im Wald WildMediaSK@envato-elements
Abfall 1. November 2021

TUM-Studie: Verrottende Pflanzen schützen das Klima

Pflanzenreste halten CO² im Boden – wenn man sie dort verrotten lässt.

Kleine Teile abgestorbener Pflanzen wurden bislang in erster Linie als schneller „Snack“ für Bakterien und Pilze betrachtet. Zu Unrecht, wie nun eine Studie von Forschern der Technischen Universität München (TUM) zeigt. Demnach sollen nämlich verrottende Pflanzen in erheblichem Maße an der Speicherung von Kohlenstoffdioxid im Boden beteiligt sein. Eine besondere Rolle spielen dabei offenbar Pilze, die – mehr noch als Bakterien – diese Pflanzenreste zersetzen. Die Forscher stellten im Labor fest, dass der pflanzliche Kohlenstoff durch die Ausdehnung der Hyphen-Netzwerke von Pilzen tiefer in den Boden verlagert wird. Dabei werden die Pflanzenteile praktisch durch die Pilzfäden mit dem Boden verklebt und anschließend von den Pilzen verspeist, wodurch viel CO² im Boden gespeichert wird.

Bodenbewirtschaftung im Fokus

Bisher konzentrierte sich die Wissenschaft bei der Speicherung von Kohlenstoff vorwiegend auf Oberflächen von Mineralien wie Ton. Die neuen Erkenntnisse der TUM-Forscher stellen nun jedoch unter Beweis, dass auch Pflanzenreste die Fähigkeit zur Kohlenstoffspeicherung besitzen, da direkt an ihrer Oberfläche wichtige Prozesse ablaufen. Dementsprechend fordern die Wissenschaftler einen kalkulierteren Einsatz verrottender Pflanzen. Damit rückt die Bodenbewirtschaftung (etwa auf Ackerflächen) in den Fokus. „Um durch die Bodenbewirtschaftung den organischen Kohlenstoff im Boden effektiv zu erhöhen, ist ein besseres Verständnis der Dynamik und Komplexität der Bildung und Beständigkeit von Kohlenstoff im Boden erforderlich“, erklärt Kristina Witzgall, Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Bodenkunde an der TUM.

Verrottende Pflanzen: Riesiger Beitrag zum Klimaschutz

Das Potenzial für die neu entdeckte Form der CO²-Speicherung ist enorm: Unter besseren Bedingungen wäre die Kohlenstoffspeicherung im Boden in der Lage, jährlich zwischen 0,8 und 1,5 Gigatonnen CO² zu speichern. Ein riesiger Beitrag zum Klimaschutz, bedenkt man, dass die Weltbevölkerung im letzten Jahrzehnt pro Jahr 4,9 Gigatonnen ausgestoßen hat. Daher plant die Forschergruppe für die Zukunft weitere Versuche, bei denen die Pflanzenteile tiefer in die Erde eingebracht werden sollen. Und Landwirte sollten sich schon einmal merken: Über verrottende Pflanzen auf dem Feld freut sich das Klima.

München, Landeshauptstadt

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Bundesland Bayern
Einwohner 1.471.508 m: 717.308, w: 754.200
Größe 310.70 km²
4736 Einwohner je km²
Merkmale Großstädte und Hochschulstandorte mit heterogener sozioökonomischer Dynamik
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